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Haben Sie sich jemals gefragt, warum die angegebene Reichweite eines Elektroautos je nach Land, in dem Sie sich befinden, unterschiedlich ist? Die Zulassungstests variieren von Kontinent zu Kontinent und beeinflussen die von den Herstellern angegebenen Zahlen. Lassen Sie uns hinter die Kulissen dieser internationalen Protokolle blicken, um diese Unterschiede zu verstehen.
Die 3 wichtigsten Informationen
In Europa ist der WLTP-Zyklus (Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure) seit 2017 der Standard. Er wurde entwickelt, um näher an den realen Fahrbedingungen zu sein als der vorherige NEDC-Zyklus und wird in einer kontrollierten Umgebung mit einer festen Umgebungstemperatur von 23 °C durchgeführt. Der Test, der 30 Minuten dauert, simuliert verschiedene Fahrsituationen, von der Stadt bis zur Autobahn, mit spezifischen Geschwindigkeiten für jede. Dieses Protokoll zielt darauf ab, den Verbrauchern eine realistischere Sicht auf die Reichweite ihres Fahrzeugs zu geben.
In den USA ist der EPA-Zyklus (Environmental Protection Agency) für seine Strenge bekannt. Dieses Protokoll umfasst eine Reihe von städtischen und Autobahntests, die bis zur vollständigen Entladung der Batterie durchgeführt werden. Es wird auch eine mathematische Korrekturmethode verwendet, um die Ergebnisse zu verfeinern. Dieser Zyklus wird oft als derjenige angesehen, der der realen Fahrerfahrung am nächsten kommt und eine zuverlässigere Schätzung der täglichen Reichweite bietet.
Der CLTC-Zyklus (China Light-Duty Vehicle Test Cycle) ist an die Fahrbedingungen in China angepasst, wo städtische Staus häufig sind. Infolgedessen legt dieser Test den Schwerpunkt auf niedrige Geschwindigkeiten mit einem Durchschnitt von 28,96 km/h. Dieser Ansatz kann erklären, warum in China getestete Autos oft großzügige Reichweiten anzeigen. Der Test besteht aus drei Geschwindigkeitsphasen, aber die Höchstgeschwindigkeit bleibt auf 114 km/h begrenzt.
Japan verwendet eine angepasste Version des WLTP-Zyklus. Dieser Test lässt weitgehend die Autobahnphase aus, die als weniger relevant angesehen wird, da die Höchstgeschwindigkeit auf den meisten japanischen Straßen 100 km/h beträgt. Die Fahrphasen bei 56 km/h und 76 km/h bilden daher den Großteil des Zyklus und spiegeln die lokalen Bedingungen wider.
Die Zulassungstests für Fahrzeuge haben sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt, um sich an neue Technologien und die Anforderungen der Verbraucher anzupassen. Der bis 2017 in Europa verwendete NEDC-Zyklus wurde wegen seines Mangels an Realismus kritisiert, was zur Einführung des WLTP-Zyklus führte. In den USA hat die EPA ein strenges Protokoll eingeführt, um Ergebnisse zu gewährleisten, die näher an der Realität liegen. In China und Japan wurden die Tests angepasst, um den lokalen Besonderheiten gerecht zu werden und die Fahrgewohnheiten und Straßeninfrastrukturen jedes Landes widerzuspiegeln.